Ist Ihre Verwaltung bereit für die EUDI-Wallet?
Das Wichtigste für Kommunen in Baden-Württemberg, in kurzen Schritten erklärt.
Das Wichtigste in drei Punkten
Neu: Der Bundestag hat am 15.10.2026 das Digitale-Identitäten-Gesetz beschlossen. Die Einzelheiten für Kommunen sollten Sie weiter verfolgen.
Vier Seiten, ein Überblick
Die Einführung betrifft vier Bereiche. Beginnen Sie dort, wo Ihre Fragen am größten sind.
Was Verbände und Fachleute sagen
Gespräche mit Praxiskommunen in Baden-Württemberg ergänzen diese Seite, sobald sie ausgewertet sind.
Was gilt, was offen ist
Die Rechtslage ändert sich gerade. Hier steht der Stand vom 16.10.2026.
Noch offen
- Der Städte- und Gemeindebund sieht die kommunale Einbindung im Gesetz nicht klar geregelt.
- Der zentrale Ausstell- und Prüfdienst kommt laut Landkreistag erst später im Jahr 2027.
- Eine Pseudonym-Funktion fehlt bisher.
- Ob das Gesetz eine Annahmepflicht für Kommunen regelt, stellen Fachbeiträge unterschiedlich dar.
Was Sie tun können
- Prüfen, in welchen Verfahren Sie ein hohes Vertrauensniveau verlangen.
- Alternative Wege weiter anbieten.
- Datenschutzbeauftragte früh einbinden.
Rollen, Test und Abhängigkeiten
Wie Ihre Verwaltung mit der Wallet in Kontakt kommt, hängt von Ihrer Rolle ab.
Abhängigkeiten
- Die Standards sind teils erst seit Kurzem final.
- Kommunen hängen an den Schnittstellen ihrer Portal- und Fachverfahrenshersteller.
- Ein zusätzlicher Button genügt nicht. Gebraucht wird eine durchgängige Architektur für Anmeldung und Berechtigung.
Was Sie tun können
- Klären, ob Ihre Verfahren schon an die BundID angebunden sind.
- Hersteller schriftlich nach Plan und Termin fragen.
- Ein Verfahren in der Sandbox testen.
Eine Aufgabe für die ganze Verwaltung
Die Wallet ist kein reines IT-Projekt. Entscheidend sind Zuständigkeiten und die richtige Auswahl.
Was Sie tun können
- Eine verantwortliche Person und ein kleines Team benennen.
- Zwei bis drei Nachweise mit dem höchsten Papieraufwand sammeln.
- Schulung und Information früh planen.
- Austauschformate wie den Runden Tisch des Landes nutzen.
Wenig Zahlen, viel Planung
Verlässliche Kosten gibt es bisher nicht. Dieser Wegweiser nennt deshalb bewusst keine Beträge.
Was Sie tun können
- Für ein bis zwei Nachweise rechnen: Fallzahl, Bearbeitungszeit, Papier und Porto, Aufwand der Anbindung.
- Den Bedarf früh für den nächsten Haushalt anmelden.
- Angebote wie den Readiness Navigator des Fraunhofer IAO prüfen.
Drei Wege zur Anbindung
Für die Pflicht zur Identifizierung reicht der leichteste Weg. Mehr Nutzen entsteht erst mit Ausstellung und automatischer Prüfung.
Bund und Wallet Ihre Zukauf-Lösung Ihre Verantwortung
- Was er leistet
- Die BundID ist als Relying Party registriert. Ihre Fachverfahren müssen sich nicht selbst registrieren. Nur die Identifizierung ist abgedeckt.
- Passt, wenn
- Ihre Online-Dienste schon an der BundID hängen und Sie zuerst die Pflicht erfüllen wollen.
- Was er leistet
- Ein Adapter spricht über OpenID4VP mit der Wallet. Ihre Stelle muss als Relying Party registriert sein.
- Passt, wenn
- Sie Nachweise im eigenen Onlinedienst prüfen wollen, ohne alles selbst zu bauen.
- Was er leistet
- Der Onlinedienst bindet die Wallet direkt an. Sie verantworten Protokolle, Zertifikate und Betrieb.
- Passt, wenn
- Sie eigene Entwicklungskapazität und besondere Anforderungen haben.
Wo stehen wir?
Zwölf kurze Fragen. Ihre Antworten bleiben auf Ihrem Gerät.
Sechs Schritte bis zum Stichtag
In dieser Reihenfolge gewinnen Sie am meisten Klarheit.
- BundID-Anbindung prüfenSind Ihre Verfahren mit hohem Vertrauensniveau angebunden, ist die Pflicht im Kern erfüllt.
- Registeranbindung klärenWer NOOTS ohnehin umsetzt, schafft die Voraussetzung für eine spätere Ausstellung.
- Passende Nachweise auswählenBeginnen Sie dort, wo viel Papier oder manuelle Prüfung anfällt.
- Hersteller befragenFragen Sie nach Plänen und Terminen. Priorisieren Sie nach Aufwand und Nutzen.
- Sandbox testenDie kostenlose Testumgebung zeigt Aufwand und Hürden früh.
- Von anderen lernenBeobachten Sie den Pilot in Dresden und die Termine des Landes Baden-Württemberg.
Quellen und Glossar
Quellen
- Fraunhofer IAO: EUDI-Wallet: Was Kommunen zur Akzeptanzpflicht ab 2027 wissen müssen (Pressemitteilung vom 12.08.2026)
- Fraunhofer IAO: EUDI-Wallet-Pflicht erfüllt, aber Potenzial vergeben?
- Deutscher Städtetag: Kommunen als Schlüssel zur erfolgreichen Einführung der EUDI-Wallet (Positionspapier, Februar 2026)
- FITKO: Anbindung der öffentlichen Verwaltung an die EUDI-Wallet (Präsentation vom 27.02.2026)
- Deutscher Bundestag: Bundestag macht Weg für die EUDI-Wallet frei (Drucksache 21/7408)
- Rathausnachrichten: EUDI-Wallet Kommunen: Was Rathäuser bis Januar 2027 tun
- SPRIND: EUDI-Wallet, strategisches Projekt
- EUDI-Wallet Deutschland: Häufig gestellte Fragen und Entwicklerhandbuch: Onboarding für Relying Parties
- Digitalakademie@bw: service-bw stellt vor: EUDI-Wallet für Kommunen (Runder Tisch am 07.10.2026)
Glossar
- EUDI-Wallet
- Die europäische digitale Brieftasche. Auf dem Smartphone weisen sich Bürgerinnen und Bürger aus und verwalten Nachweise.
- PID
- Der Kerndatensatz zur Person, der in der Wallet die Identität belegt.
- Relying Party
- Eine Stelle, die Angaben oder Nachweise aus der Wallet anfordert und prüft.
- Aussteller
- Eine Stelle, die einen gesiegelten Nachweis aus einer amtlichen Quelle in die Wallet gibt.
- BundID
- Das Bürgerkonto des Bundes. Die Wallet soll dort als weiteres Identifizierungsmittel eingebunden werden.
- NOOTS
- Die technische Infrastruktur für den Abruf von Nachweisen aus Registern.
- Vertrauensniveau „hoch“
- Die höchste Sicherheitsstufe bei der Identifizierung.
- OpenID4VP
- Das Protokoll, mit dem ein Onlinedienst Nachweise aus einer Wallet anfordert.
- Sandbox
- Eine kostenlose Testumgebung, in der Behörden ihre Anbindung ausprobieren können.
Impressum
Angaben nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG).
Anbieter
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App. 328
Kinzigallee 7
77694 Kehl
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E-Mail: p.dieterle@stud.hs-kehl.de
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Maximilian Peters
Datenschutzbeauftragter
Patrik Dieterle, Anschrift und E-Mail wie oben.
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Dieser Wegweiser entstand als Lehrprojekt im Studiengang Digitales Verwaltungsmanagement an der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl. Er ist ein Studierendenprojekt und kein Angebot der Hochschule oder einer Behörde.
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